Claus Peymann bei Servus TV über den Skandal der Osterfestspiele

OBS_20100224_OBS0022Wals (OTS) -  Claus Peymann über den Skandal der Osterfestspiele: “Geahnt hat man
das immer ein bisschen. Es war immer so ein latentes Gerücht.

- Mir ist es geradezu unheimlich, welche Rolle dabei die Politik spielt. Eigentlich ist es ja die Landeshauptfrau, diejenige, die das zu kontrollieren hätte. Dafür hat sie ja ihre ganze Beamtenschaft.

- Wenn man die großen Veranstaltungen, wie die Osterfestspiele und die Sommerfestspiele, so lange die in den Händen der Politik sind und nicht in den Händen von Leuten die etwas von dem Job verstehen, muss man zuallererst mal fragen, was machen eigentlich die jetzigen und ehemaligen sich zur Ruhe setzenden Politiker mit dieser Verantwortung?

- Da werden Bühnenbilder dreimal gebaut. Niemand merkt das. Was macht denn die Landeshauptfrau bitte schön? Was macht Frau Rabl-Stadler. Was machen die eigentlich? Sind die immer schön beim Kaffee-Kränzchen oder was?

- Sie hätte es kontrollieren müssen und hat es nicht getan, das war der Fehler!

- Für mich ist das ein Skandal, der die Grundkonstruktion der Osterfestspiele sowieso aber auch der Salzburger Festspiele erfasst.  Da gehören ganz andere Leute auf diese Position, die ihren Job verstehen – und das finde ich das allergrößte Problem.”

Der Schauspielchef der Salzburger Festspiele über den Skandal…

Thomas Oberender: “Wenn wir von den Osterfestspielen sprechen, und das muss ich noch mal ganz klar von den Sommerfestspielen trennen, dann bin ich schon erschrocken über die Frivolität, mit der sich da selbst bereichert wurde – sozusagen Scheingeschäfte getätigt wurden, Gagen in phantastischer Höhe für keine erbrachten Leistungen kassiert wurden. Das ist auch nur möglich aufgrund einer so unklaren, vernebelten und ungeregelten  Geschäftsführungsstruktur.

- Das wäre so bei den Sommerfestspielen überhaupt nicht möglich.

- Es gibt einen Fall von krimineller Aktivität, der an der Schnittstelle zu den Salzburger Osterfestspielen angesiedelt ist. Und es gibt eindeutig ein strukturelles Problem, man kann das wirklich Korruption nennen, einen Fall bei den Osterfestspielen. Ich würde das nie ausdehnen auf ein grundsätzliches Problem solcher Strukturen”.

  • Fotocredit: Servus TV

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