Literaturhaus Salzburg: Europa der Muttersprachen: Finnland
Seit 1995 organisiert das LITERATURHAUS SALZBURG ausgehend von der Idee des Literaturhaus-Leiters Tomas Friedmann jedes Jahr die Reihe “Europa der Muttersprachen” – ein mehrtägiges Festival mit Literatur, Kunst und Musik aus einem europäischen Land, einer europäischen Sprache. In diesen Tagen soll ein Ausschnitt europäischer Kultur auf möglichst vielen Ebenen erfahrbar gemacht werden.
Das Finnland-Festival startet mit einem Abend unter dem Titel „Die Geschichte bin ich“. Der Kult-Finne M.A. Numminen eröffnet um 19 Uhr mit „Liebesbriefe Martin Heidegger – Hannah Arendt“. Ab 20.30 Uhr lesen Tuomas Kyrö, Leena Lander und Johanna Sinisalo. Deutsche Lesungen: Peter Arp und Christiane Warnecke. Moderation und Übersetzung: Stefan Moster.
Unter dem Druck historischer Ereignisse erweist sich oft besonders deutlich, welche elementaren Kräfte den Menschen antreiben. Leena Lander stellt einen Roman vor, in dem sie sich der Liebe in Zeiten des Krieges widmet. Dafür kehrt sie ins Jahr 1918 zurück, als Finnland von einem blutigen Bürgerkrieg zerrissen wurde. Einen noch größeren Erzählraum spannt Johanna Sinisalo auf. Ihre Romanwelt erstreckt sich von der unmittelbaren Gegenwart bis in die mythische Vorzeit hinein. Modernes Leben und archaisches Erbe spielen mit verblüffenden Folgen ineinander. Die Helden des jungen Autors Tuomas Kyrö kennen die Geschichte ihres Landes im Detail und erinnern sich sogar an die historischen Tief- und Höhepunkte des finnischen Sports. Kyrö erweitert die geschichtliche Perspektive aber auch in die Zukunft hinein. Die Vorstellung vom Künftigen wirft ein scharfes Licht auf die Gegenwart.

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